Matrixzertifizierung / Verbundzertifizierung

Die Matrixzertifizierung ist eine Gruppenzertifizierung oder Verbundzertifizierung.
Bei dieser Art der Zertifizierung schließen sich mehrere Firmen mit der gleichen
Unternehmens-ausrichtung (z.B. Rechtsanwalts-Kanzleien) für die
Zertifizierung zusammen.

Dabei arbeiten alle beteiligten Unternehmen unter einem Qualitätsmanagement-System,
d.h. die Aufbau- und Ablauforganisation orientiert sich an einer für alle Unternehmen
geltenden Qualitätspolitik und gemeinsamen Qualitätszielen, die in einer für alle
Unternehmen/Standorte geltenden Qualitätsmanagement-Dokumentation
beschrieben wird.

Dabei sind die lokalen Verfahrens- und Arbeitsanweisungen dem zentralen
Qualitätsmanagement-System untergeordnet, d.h. sie ergänzen dieses.
Daraus ergibt sich der große Vorteil, dass bei der Matrixzertifizierung nicht 100% aller
beteiligten Firmenbei einem Zertifizierungsaudit begutachtet werden müssen,
sondern beispielsweise nur 30% der Unternehmen.

Um das Qualitätsmanagement - System zu auditieren und zu bewerten, ist es nicht
erforderlich, alle Standorte/Unternehmen zu prüfen, sondern es kann nach einer Stich-
probenverteilung vorgegangen werden (Bsp.: bei 5 Unternehmen werden 2 Standorte
auditiert, bei 10 Unternehmen 3 usw.).

Der Zertifizierungsstelle sind jedoch die Auditberichte, Korrekturmaßnahmen und
ihre Bewertungen sowie die Bewertung des Qualitätsmanagement-Systems durch
die Unternehmensleitung aller Standorte zur Prüfung zur Verfügung zu stellen.

Bei diesem Verfahren entstehen durch die Zertifizierungsgesellschaft wesentlich
geringere Kosten, die gleichmäßig auf jedes Unternehmen umgerechnet werden.
Jedes Unternehmen erhält ein eigenes Zertifikat, auch wenn das Unternehmen nicht
im Zertifizierungsaudit geprüft wurde.

Dieses Verfahren ist von der TGA (Trägergemeinschaft für Akkreditierungen)
freigegeben und kann für die Zertifizierung und anschließende Überwachung von
Unternehmen mit mehreren Niederlassungen oder verbundenen Unternehmen
angewendet werden.

Demnach eignet sich die ISO-Zertifizierung als effektives Marketinginstrument, da
es für kontinuierliche Qualität steht und einen Wettbewerbsvorteil mit sich bringt.

1. Voraussetzungen zur Teilnahme an der Matrix-Zertifizierung

  • Zusammenschluss mehrerer verschiedener Unternehmen, die über
    einen Zentralbereich verbunden sein müssen.
  • Die Unternehmenstätigkeiten sollten ähnlich oder vergleichbar sein.
  • Die Unternehmen müssen vertraglich miteinander verbunden sein.

Es muss:
  1. einen externen Qualitätsmanagement-Beauftragten geben, welcher
          Befugnis auf Änderungen im QM-System hat.
  2. ein gemeinsames Qualitätsmanagement-System sowie ein einheitliches
          Qualitätsmanagement - Handbuch geben.
  3. eine gemeinsame Qualitäts-Politik definiert werden.
  4. gemeinsame interne Audits und deren Überwachung durchgeführt werden.
  5. eine jährliche Bewertung des Qualitätsmanagement-Systems
          (zentrales Managementreview) stattfinden.

Die Hauptverwaltung nimmt folgende Funktionen des
Qualitätsmanagement-Systems zentral wahr:
  • Festlegung der Qualitätspolitik
  • Festlegung der Organisationsstruktur in Übereinstimmung mit den Standorten
  • Bewertung des Qualitätsmanagement-Systems einschließlich der Standorte
  • Einführung und Aufrechterhaltung des Qualitätsmanagement-Systems
  • zentrale Lenkung der Qualitätsmanagement-Dokumente sowie zentrales Revisionsverfahren
  • Vorgabe und Überprüfung der Unterlieferanten-Bewertung
  • zentrale Auditplanun
  • zentrale Schulungsbedarfabstimmung

Erstellung einer Verpflichtung eines jedes einzelnen Unternehmens/Standortes, das
gemeinsame Qualitätsmanagement-System aufrechtzuerhalten. Der zentrale
Qualitätsmanagement-Beauftragte hat das Recht, fachlichen Einfluss auf das
Qualitätsmanagement-System der einzelnen Unternehmen zu nehmen. Besonders
der Zugriff auf Korrekturmaßnahmen, Audits und ihre Bewertung sowie andere
Informationen, die das Qualitätsmanagement-System betreffen, ist vertraglich zu regeln.

2. Vorteile

  • Die Kosten für die Zertifizierung verteilen sich auf die Unternehmen.
    Kostenreduzierung von ca. 60 % gegenüber Einzelzertifizierung
  • Je nach Gruppengröße wird das eigene Unternehmen nur alle 3 – 5 Jahre
    auditiert (Stichprobenverfahren).
  • Die Entwicklung eines für alle Unternehmen geltenden Qualitätsmanagement-
    Systems ermöglicht bei gleichen Kenngrößen den Vergleich der
    Unternehmen/Standorte untereinander (Brenchmarking).

3. Nachteile

  • Fällt ein Gruppenteilnehmer bei der Auditierung durch, ist die ganze
    Gruppe nicht mehr zertifiziert.
  • Es ist ein oft ein schwieriger und langer Prozess, eine gemeinsame
    Qualitätspolitik sowie gemeinsame Kenngrößen zur Ermittlung der
    Ergebnisqualität festzulegen.

4. Ablauf

  1. Verbindliche Anmeldung/Zusage (15 Teilnehmer)
  2. Vertragliche Regelung mit den einzelnen Teilnehmern
  3. QMB-Ausbildung 1 Tag (Schulung, Prüfung, Zertifikat)
  4. Gruppenarbeit 1 Tag (Handbuch, Verfahren, Formblätter)
  5. Einzelberatungen 1/2 Tag in jedem teilnehmenden Unternehmen
  6. Interne Audits bei allen Teilnehmern
  7. Zertifizierungsprüfung (Stichprobe) durch den Zertifizierer
  8. Zertifikatserteilung an alle Teilnehmer mit einer Laufzeit von 3 Jahren
  9. Antrag auf Fördermittel in Berlin einreichen
  10. Weitere Betreuung, Zertifizierungsvorbereitung und Audits für die nächsten
           3 Jahre mit Zertifikatsgarantie


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